Rechtsextremismus – DAGEGEN AKTIV WERDEN

Ab wann soll ich aktiv werden? Ab wann beginnen rassistische und rechtsgesinnte Äußerungen?

Grenzwertige Formulierungen werden ständig geäußert. „Die (Ausländer/innen) sollen sich unseren Gegebenheiten anpassen.“, “Die sind …/ Die machen …” sind Floskeln die uns häufig im Alltag begegnen und auch von Personen ausgesprochen werden die dem bürgerlichen Lager zuzuordnen sind. Menschenfeindliche Äußerungen beginnen, wenn der einzelne Mensch mit seinem Schicksal und seinen Bedürfnissen hinter einer anonymen Masse (”Die”) verschwindet. Somit steht jede/r Bürger/in vor der eigenen Verantwortung sich selbst auf fragwürdige Aussagen hin zu kontrollieren, die ohne bewussten Hintergedanken getätigt werden. In dem oben genannten Beispiel hilft die an sich selbst gerichtet Frage: Wie viele von “Denen” kenne ich persönlich um alle kategorisch in meine Aussage einzubeziehen?

mögliche Optionen zum Handeln

  • Gespräche mit anderen führen was Sie/Du wahrnehmen.
  • Kontakt zu übergeordneten Personen aufsuchen (Lehrende, Schulleitung, Jugendclubleitende, Sportgruppenleitende, Vereinsvorsitzende/-vorstand, Chef, …).
  • Unbedingt die Polizei anfordern wenn ein Angriff/Gewalt beobachtet wird und „Anzeige“ bei der Polizei erstatten auch wenn z.B. verbotene Symbole und Zeichen öffentlich gezeigt werden.
  • Bei Rechtsfragen helfen: die Polizei und der Verein Miteinander e.V. aus Magdeburg (Arbeitsstelle gegen Rechtsextremismus, Mobile Opferberatung oder die Mobilen Beratungsteams: Tel: 0391.620 77 3, Mail: net.gs@miteinander-ev.de)
  • Bei einem Vorfall/Angriff unbedingt auf Hilfe aus der Umgebung zurückgreifen. Dabei direkt Passant/innen ansprechen und zur konkreten Hilfe auffordern: Rufen sie die Polizei an! Öffnen/Schließen sie die Tür!
  • Notruf-Knopf betätigen.

 Ihre/deine eigene Haltung

  • Ablehnung rassistischer und rechtsextremer Positionen.
  • Offenes Einstehen für Demokratie und Toleranz
  • Demokratie aktiv Leben

Diskutieren mit Rechten

NUR gut vorbereitet und in einer gewaltfreien Atmosphäre
weitere Tipps im Handburch „MUT-ABC für Zivilcourage“, hrsg. von Holger Kulick u. a., Berlin 2008, Amadeu-Antonio-Stiftung und www.mut-gegen-rechte-gewalt.de.

 Planen einer Aktion 

Weitere Ideen finden Sie/Ihr im „MUT-ABC für Zivilcourage“ – Handbuch mit Aktionen gegen Rechts, gegen Spende erhältlich unter www.amadeu-antonio-stiftung.de

1. Schritt: Problem benennen und Vorbereitungen treffen

  • Was ist das konkrete Problem? – Mobbing an Schule, zwielichtiger Träger eines Jugendraums, Werbung der NPD
  • Besorgen von Hintergrundinformationen. – Polizei, Verfassungsschutz, Mobiles Beratungsteam, lokale Initiativen gegen Rechts
  • Suchen von Unterstützern/anderen Aktiven - Initiativen gegen Rechts, demokratische Parteien, Kirche, Jugendverbände, Gemeinde, spezielle Ämter - und gemeinsames Überlegen was gemacht werden kann und sinnvoll für den Ort/die Region ist.

Gemeinsam seid ihr stark!

2. Schritt: Planungsfragen

  • Welche Idee kann in ihrem/deinem Umfeld tatsächlich umgesetzt werden?
  • Wer kann unterstützen?
  • Wie viel Zeit nimmt es in Anspruch?
  • Kostet es Geld?

Viele Hände schaffen ein schnelles Ende!

3. Schritt: Umsetzung

  • Vom Erkennen des Problems bis zur Umsetzung der Idee darf nicht viel Zeit verstreichen, damit die Aktion Wirkung zeigt.
  • Hier gilt: ausprobieren, kreativ sein, Fehler machen und trotzdem das gute Gefühl bekommen, etwas getan zu haben.