Neue Strategien

Seit einiger Zeit ist zu verzeichnen, dass sich rechtsextreme Gruppierungen immer mehr in der Mitte und vor allem mit der “Mitte” der Zivilgesellschaft vernetzen. Menschen mit rechter Gesinnung engagieren sich als wohlwollende Bürger/innen in u. a. Heimat- und Sportvereinen um ihre Ideologien zu verbreiten. Gerade durch das bürgerliche Erscheinen Rechtsextremer verstecken sie ihre eigentliche Zugehörigkeit um von der bürgerlichen Gemeinschaft ohne Argwohn aufgenommen zu werden. Es ist damit für den Einzelnen und ganze Vereine schwer ihr„Versteckspiel“ und „Treiben“ schnell und eindeutig zu durchschauen und zu hinterfragen.

Rechtsextremismus und Ich

  • Rechtsextremismus richtet sich explizit gegen demokratische Grundordnungen und damit gegen die bestehenden Menschenrechte.
  • Rechtsextremismus und rechtsextremes Gedankengut ist in allen Alters- und sozialen Schichten vorzufinden.
  • Rechtsextreme Gewalt wird häufig von jugendlichen Rechten ausgeführt, was in der öffentlichen Wahrnehmung dazu führt Rechtsextremismus als Jugendphänomen zu degradieren.

Rechtsextremismus und die Zielgruppe Jugend

Jugendliche stellen eine der wichtigsten Zielgruppen rechtsextremer Propaganda und Mitgliederwerbung dar.

Dabei orientieren sich die Rekrutierungsstrategien an jugendlichen Freizeitinteressen wie Musik (Schulhof-CD) oder Partys und an Orten wo Jugendliche aufzufinden sind z.B. Schule, Jugendclub oder anderweitige Treffs. Die Rechten versuchen ohne offensichtlichen politischen Hintergrund junge Leute anzusprechen um für ihre Ideologien zu werben. Sie kommen sozusagen unbemerkt „durch die Hintertür“ damit die kontaktierte Person nicht sofort registriert von wem sie angesprochen wird und welche Absichten mit der Kontaktaufnahme verfolgt werden.

In der direkten Werbung einzelner Personen richtet sich die Konzentration Rechter teils gezielt auf junge Einzelgänger/innen, die vermutlich nur schwer Zugang zu einer Clique finden und sich in ihrer Einsamkeit schneller unüberlegt einer Gruppe anschließen. Die versprochene und ersehnte Gesellschaft, in einer rechtsextremen Gruppierung, bedeutet aber sich unterzuordnen und gegen das „Fremde“ und die „Anderen“ abzugrenzen.

Die Werbung der Rechtsextremen setzt unter anderem dort an, wo Freizeit Angebote für jungen Menschen fehlen oder eine finanzielle Beteiligung z.B. Mitgliedsbeitrag die Teilnahme erschwert. Rechte organisieren z.B. kostengünstige Fahrten, Feste oder bieten kostenlose Jugend- und Probenräume an. Nach außen wird ein unpolitisches Angebot geschaffen um „durch die Hintertür“ rechte Ideologien unter Jugendlichen zu verbreiten.

Auch der Einsatz von Modeprodukten und Lifestyle-Artikeln dient den Rechten zur Eroberung der Zielgruppe Jugend. Hier gilt es besonders den „BLICK zu SCHÄRFEN“, denn nicht immer sind die transportierten Symboliken eindeutig der rechten Szene zuzuordnen. Oft missbrauchen Rechte die Symbole diverser Jugendkulturen, indem sie deren Bedeutung im Sinne ihrer Ideologie umkehren z.B. verwenden Rechte das Palästinensertuches als Ausdruck für ihre antisemitische Grundhaltung obwohl das Tuch eigentlich von Linken und Alternativen getragen wird um deren Sympathie den Palästinensern gegenüber auszudrücken.

Der Einsatz von Medien zu Werbungszwecken ist so konzipiert, dass über sie zwar rassistische und antidemokratische Haltungen ausgedrückt werden, allerdings ohne dabei zu extreme, abschreckende Positionen zu artikulieren.