18 Okt 2011

Rechte Clique kontrolliert Stadtteil

Von Susan Bonath

Der im Südwesten von Magdeburg gelegene Stadtteil Reform, der aus einem Plattenbaukomplex und einem Reihenhausviertel besteht, gilt seit längerem als Treffpunkt von Neofaschisten. Immer häufiger kommt es zu Übergriffen von Rechten. Das »Aktionsbündnis gegen rechte Gewalt« ruft nun für den 22. Oktober zu einer Demonstration auf. Das Motto: »Nazis auf die Pelle rücken – Wir wollen nicht länger zusehen, wie ein ganzes Stadtviertel von den Rechten dominiert wird«.

Der Stadtteil Reform entwickele sich seit einigen Jahren zu einem »Neonazizentrum«, konstatierte das Aktionsbündnis in einer Erklärung am 4. Oktober. Seit die NPD bei den Landtagswahlen im März an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert sei, bildeten militante Kameradschaften den »aktivistischen Kern der Szene«. Eine rechte Clique, die »Reformer Jungs«, kontrolliere das Viertel regelrecht.

Das Bündnis informierte über entsprechende Vorfälle in der Vergangenheit. Traurige Bekanntheit habe die Diskothek »Funpark« im Jahr 2007 nach dem Mord an dem 21jährigen Kunststudenten Rick Langenstein erlangt. Im September 2010 sei eine Gruppe linker Jugendlicher an einer Straßenbahnhaltestelle überfallen worden. Und vor einem knappen halben Jahr hätten Neonazis eine Antifa-Demonstration angegriffen und die Teilnehmer aus dem Stadtteil gejagt, ohne daß die Polizei eingegriffen hätte. Siebenmal hätten Unbekannte in den vergangenen zwei Jahren die Scheiben eines Döner-Ladens am Marktplatz eingeworfen, ein anderer Imbiß sei durch einen Brandanschlag komplett zerstört worden. Hinterlassen worden seien rassistische Schmierereien.

Die »Reformer Jungs« trügen bei Überfällen provokant den Cliquennamen auf T-Shirts und Jacken. »›Hausbesuche‹ bei linksalternativen Jugendlichen gehören zu ihren regelmäßigen Tätigkeiten«, beschreiben die Aktivisten die Situation. Das erzeuge eine Stimmung der Angst. Mancher traue sich abends kaum noch auf die Straße und bezeichne den Stadtteil mittlerweile als »No-go-Area für Linke und Migranten«. Treffpunkt der Rechten sei vor allem das Kinder- und Jugendhaus (KJH) »Banane« im Quittenweg, das sich in kommunaler Trägerschaft befindet und vom Jugendamt finanziert wird. Doch die Behörde habe ihnen mitgeteilt, sie sehe »weder eine politische Ausrichtung noch eine Organisierung der Club-Besucher«, so die Antifaschisten.

Unweit des KJH sei der Verein »Child abuse fight« zu Hause. »Er schreibt sich den Kampf gegen Kinderschänder auf die Fahnen und spricht sich offen für die Wiedereinführung der Todesstrafe aus«, berichtet das Aktionsbündnis. Der Verein sei »keine rein neonazistische Initiative«, aber es gebe gemeinsame Schnittmengen sowohl inhaltlich als auch personell mit der Magdeburger Neonaziszene. Diese Mischung aus »Männerbündelei«, Rassismus und Gewaltverherrlichung biete die Entfaltungsmöglichkeiten für gewaltbereite Nazicliquen.

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in: Allgemein von Sebastian
17 Okt 2011

Wer stört wird aufgedeckt.

Bei unseren Recherchen für „Blick schärfen“ haben wir eine interessante Informationsquelle aufgedeckt. Die Online-Ausgabe der Tageszeitung ZEIT betreibt im Internet den Blog Störungsmelder- Wir müssen reden. Über Nazis.

In der Regel werden alle zwei bis drei Tage neue Artikel eingestellt, die von Leser/innen kommentiert werden. Bei der Entdeckung des Blogs überraschte uns ein unerwarteter Autor. Der Fußballer Thomas Hitzlsperger, vom VfL Wolfsburg, schreibt des Öfteren für den Blog und engagiert sich gegen Rechts. Für sein Engagement wurde Hitzelsperger gestern vom Deutschen Fußball Bund mit dem „Julius-Hirsch-Ehrenpreis 2011“ ausgezeichnet. Dieser wird seit 2005 für Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Fußball verliehen.

Wir freuen uns immer wieder, wenn wir bei unseren Recherchen auf unterschiedlichste gesellschaftliche Gruppen stoßen, die ebenfalls mit geschärftem Blick aktiv ihre Umfeld ins Visier nehmen.

Hier der Link: http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/

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in: Allgemein von Sebastian
05 Sep 2011

BLICK SCHÄRFEN vor ORT!

DSC08146Seit sechs Jahren gibt es in Ilsenburg das Kinder- und Straßenfest. Als etablierte Veranstaltung war das Fest ein perfekter Ort, um die Kampagne “Blick schärfen” ein weiteres Mal zu präsentieren.
“Vielfalt braucht uns alle”, ist nicht nur ein Slogan, der auf unterschiedliche Hautfarben hinweist, sondern verdeutlicht, wie langweilig es wäre wenn alle und alles gleich wären – wenn es nur Berge gäbe und keine Seen. Dabei steht jedem frei, für sich selbst zu entscheiden, welche Kombination aus Eigenschaften und Äußerlichkeiten besser gefällt

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in: Allgemein von Sebastian
20 Jun 2011

Dabei sein ist alles!

Beim Internationalen Fußballturnier nahm ein Team aus jungen Ilsenburger Männern und Frauen für die Kampagne “Blick schärfen” teil. Mit einem souveränen Ergebnis (6. Platz von 8 Mannschaften :) war das Motto “Dabei sein ist alles!” von wahrer Bedeutung. Statt mit fußballerischer Höchstleistung brillierte das Team mit einem professionellen Auftritt. Mit eigenen Kampagnen-Trikots stand jede/r Spieler/in für “Blick schärfen” ein. Wie bei anderen Veranstaltungen auch war ein Ziel der Teilnahme für “Blick schärfen” zu werben. Dazu wurde das Banner gezeigt und Give Aways wie Schlüsselbänder verteilt. Wir danken dem ZORA-Team für die Idee und Umsetzung des Turniers und üben fleißig für das nächste Jahr :)
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in: Allgemein, Mitstreiter der Kampagne von Sebastian
31 Mai 2011

Perspektiven und Schlussfolgerungen

DSC07728Das Projekt soll weiterentwickelt werden, eine Neuausrichtung finden und eine  Präsentation (Einrichtung von Profilen) in den überdurchschnittlich populären Sozialen Netzwerken wie „Myspace“, „Facebook“, „StudiVZ“ oder „Twitter“ finden. In diesen Netzwerken will das Projekt ein weiteres Forum anbieten und eröffnen, um die Kampagnen-Philosophie „Blick schärfen – Für einen Harz ohne Rassismus“ zu verbreiten. Die Diskussionsaktivitäten sollen erhöht und intensiviert werden und eine engere Kommunikation mit der Zielgruppe wird angestrebt. Eine Schlussfolgerung aus der abgelaufenen „Blick schärfen“ Kampagne ist, eine Honorarkraft zu werben, welche eine kontinuierliche Betreuung der Netzwerke leisten kann und damit eine dauernde Diskussion, Aktualität bzw. einen anhaltenden Austausch mit der Zielgruppe sicherstellt. Die Erweiterung der Arbeit mit digitalen Medien und Foren und die Reduzierung der Arbeit mit Materialien ist auch eine Konsequenz mangelnder Projektmittel für Personal. Es ist im Rahmen der Projektmittel kaum möglich alles Material zu verteilen. Hier wurde im Projekt „Blick schärfen“ sehr viel ehrenamtliche Arbeit geleistet, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Die Verteilung der Materialien reduziert sich schließlich nicht auf das physische Abgeben, sondern bedingt auch immer Informationsgespräche, Aufklärung und Sensibilisierung die zeitintensiv  ist.

Als sehr schade und schwierig bewerten wir, dass aus traditionellen und/oder konservativen Kreisen das Projekt in die politisch „linke Ecke“ eingeordnet wird, was ihm nicht gerecht wird. Wir sehen mit einem sorgenvollem Blick, das Initiativen, die sich für die im Grundgesetz verankerten Rechte einsetzten, für eine vielfältige Zivilgesellschaft stehen stigmatisiert werden. Durch die politische Stigmatisierung werden Hürden errichtet und Dogmen aufgebaut die ein neutrales und neugieriges Annähern der Menschen erschweren. Die Kampagne an sich ist immer wieder Rechtfertigungen ausgesetzt und macht Aufklärungsarbeit nötig, wodurch Energie für andere relevante Aufgaben verloren geht. Diese Erkenntnis zeigt uns, dass Grundrechte wie zum Beispiel Menschenrechte die durch die Verfassung garantiert sind nicht unbedingt von allen Teilen der Gesellschaft gleich getragen oder geachtet werden.

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in: Allgemein von Sebastian
18 Apr 2011

„Blick schärfen – Für einen Harz ohne Rassismus“ im Jahr 2011

Wir setzten auf Beständigkeit, um den Nutzern, zu zeigen, dass „Blick Schärfen – Für einen Harz ohne Rassismus“ eine engagierte, aktive und vor allem nachhaltig arbeitende Initiative ist, deren Betreiber Interesse an einer anhaltenden und auch kontrovers geführten Diskussion haben. Um deutlich zu machen, dass „Blick schärfen“ nicht den Weg des geringsten Widerstandes wählt, sondern beständig versucht sich weiter zu entwickeln und darauf bedacht ist, seine Nutzer auf vielfältigen Wegen zu begegnen, ist der Kern des Folgeantrages die Expansion von „Blick schärfen“ auf die immer populärer werdenden sozialen Netzwerke im Internet..

Fester Mittelpunkt von „Blick schärfen – Für einen Harz ohne Rassismus“ bleibt jedoch die Webseite (www.blickschärfen.de), erweitert durch eine enge Verbindung mit sozialen Netzwerken des „www“. Im Verbund, kumulieren die Internetseiten und sensibilisieren die Gesellschaft verstärkt zum Thema Rechtsextremismus/Rassismus in unserer Gesellschaft. Sie schaffen eine neue populäre Form der Vernetzung innerhalb der Kampagne.

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in: Allgemein von Sebastian
 
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